Warum ich als Ordnungscoach Pro Bono Termine anbiete

Zum World Organizing Day am 20. Mai beteilige ich mich an der Pro Bono Aktion der Ordnungswelt und spende kostenlose Ordnungstermine (vor Ort im Rhein-Neckar-Raum und online). Warum? Das hat viel mit meiner eigenen Geschichte zu tun.

Als die eigenen Systeme nicht mehr funktioniert haben

Ordnung kam bei mir nicht von selbst. Ich habe sie mir erarbeitet, habe ausprobiert, verworfen, neu angefangen. Irgendwann hatte ich Systeme die einigermaßen funktionierten. Das ging eine Weile gut. Und dann wurde der Alltag auf einmal sehr viel voller – mehr Menschen im Haushalt, mehr Dinge und mehr Aufgaben aber weniger Zeit und Kapazität.

Was vorher funktioniert hatte, funktionierte plötzlich nicht mehr und was vorher schon nicht rund lief kam jetzt erst recht zum Vorschein. Meine Systeme waren zu kompliziert für den neuen Alltag. Aber die Kapazität um etwas Neues zu entwickeln fehlte genauso. Wer kleine Kinder hat weiß wovon ich rede: Man funktioniert. Mehr ist in den ersten Jahren oft nicht drin.

Damals hätte uns eine Hilfe von außen gut getan. Jemand der nicht mittendrin steckt, der pragmatisch schaut was geht. Aber Ordnungscoaches waren damals noch nicht so verbreitet.
Ich habe für mich irgendwann einen Weg rausgefunden. Aber ich vergesse nicht wie frustrierend es ist wenn man mitten drin steckt.

Ordnung ist keine Frage des Willens

Was ich in dieser Zeit gelernt habe – und was ich heute in meiner Arbeit immer wieder sehe – ist dass Unordnung selten eine Frage des Willens ist. Menschen die im Chaos leben wollen das meistens nicht. Sie stecken fest. Oft in einer Lebensphase die ohnehin schon alles fordert – Umzug, Trennung, Elternzeit, Pflege, Jobwechsel, Erkrankung.

In solchen Phasen ist die Unordnung nicht das dringendste Problem, aber sie macht alles andere schwerer. Das verlorene Dokument kostet Geld, der unaufgeräumte Eingang kostet schon beim Heimkommen Energie und verursacht Scham und die Küche in der man nicht vernünftig kochen kann kostet Zeit.

Professionelle Hilfe für mehr Ordnung zu holen ist in solchen Momenten das letzte woran man dann denkt und oft auch das letzte, was man sich leisten kann.

Ordnung für alle

Ich glaube dass jeder Mensch Unterstützung verdient – unabhängig davon wie voll der Terminkalender oder wie leer das Konto gerade ist.

Das gilt nicht nur für Privatpersonen. Es gilt auch für Einrichtungen die mit knappen Budgets arbeiten. Der Kindergarten wo der Werkraum schon lange auf Ordnung wartet, die Senioreneinrichtung deren Gemeinschaftsraum mehr Struktur vertragen könnte oder der Verein dessen Lagerraum seit Jahren niemandem mehr Freude macht. Auch dort sind Menschen die sich kümmern und die mit etwas Unterstützung mehr Energie für das haben was wirklich zählt.

Was ich zum World Organizing Day tue

Deshalb mache ich bei der Pro Bono Aktion mit. Weil ich weiß wie es sich anfühlt wenn das Chaos über einem zusammenschlägt und ich heute in der Lage bin etwas zurückzugeben.

Bewerben können sich Privatpersonen in besonderen Lebenslagen sowie Einrichtungen und Vereine die mit knappem Budget arbeiten. Ich lese jede Bewerbung persönlich und entscheide nach Situation wen ich unterstützen kann. Bewerbungen sind bis zum 20. Mai 2026 möglich.

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