Diese Woche hatten meine Kinder bislang jeden Tag hitzefrei und auch für morgen ist der frühe Schulschluss bereits angekündigt.
So sind wir fast schon im Ferienmodus und auch wenn wir noch nie eine ganze Woche lange jeden Tag Hitzefrei hatten, mit dem Ferienmodus kenne ich mich schon aus.
Wenn alle den ganzen Tag zu Hause sind wird mehr gegessen, mehr getrunken, mehr Kleidung gewechselt, mehr liegengelassen und mehr gesucht. Immer steht irgendwo ein Glas herum, die Badesachen müssen versorgt werden und die Küche ist gefühlt dauernd in Benutzung. Dazu kommt die Hitze. Alle sind etwas träger, schneller erschöpft und haben weniger Energie für Aufgaben, die nicht unbedingt sein müssen.
In solchen Wochen wird klar: Das ist nicht die Zeit für große Aufräum- oder Ausmistaktionen.
Der Haushalt läuft im Erhaltungsmodus
Wenn fünf Menschen bei über 30 Grad den ganzen Tag zu Hause sind, gewinne ich keinen Ordnungswettbewerb.
Mein Ziel ist dann nicht Perfektion. Mein Ziel ist, zu verhindern, dass das Chaos außer Kontrolle gerät.
Deshalb setze ich im Sommer weniger auf große Aktionen und mehr auf Chaosvermeidung.
Chaos vermeiden kostet weniger Kraft
Viele Menschen denken bei Ordnung zuerst an Aufräumen. Dabei beginnt Ordnung viel früher. Ordnung entsteht oft dadurch, dass Unordnung gar nicht erst die Gelegenheit bekommt, sich auszubreiten.
Das bedeutet:
- Das benutzte Glas kommt direkt in die Spülmaschine.
- Die Schwimmbadtasche wird direkt ausgepackt.
- Handtücher werden gleich aufgehängt.
- Schuhe landen nicht mitten im Flur.
- Leere Verpackungen bleiben nicht auf der Arbeitsplatte liegen.
Jede einzelne Handlung dauert nur wenige Sekunden. Zusammen verhindern sie jedoch, dass später eine große Aufräumaktion nötig wird.
Im Sommer dürfen die Ansprüche kleiner werden
Viele Menschen setzen sich unter Druck, gerade freie Tage produktiv zu nutzen.
Doch hohe Temperaturen sind keine ideale Voraussetzung für stundenlanges Aussortieren, Schränke umräumen oder Grundreinigung.
Deshalb frage ich mich im Sommer nicht: „Was kann ich heute alles schaffen?“
Sondern: „Was kann ich heute tun, damit morgen nicht noch mehr Chaos da ist?“
Die wichtigsten Chaos-Hotspots
Jeder Haushalt hat einige Stellen, an denen Unordnung besonders schnell entsteht.
Bei uns sind das:
- die Küchenarbeitsplatte
- der Esstisch
- der Eingangsbereich
- die Ablageflächen im Wohnzimmer
Wenn diese Bereiche halbwegs frei bleiben, fühlt sich das ganze Zuhause deutlich ordentlicher an.
Deshalb konzentriere ich meine Energie lieber auf diese Hotspots, statt mich an Großprojekten aufzureiben.
Ordnung darf sich der Jahreszeit anpassen
Viele Menschen haben eine feste Abendroutine: Noch schnell die Küche aufräumen, den Esstisch freiräumen oder die herumliegenden Dinge einsammeln, bevor sie ins Bett gehen.
An besonders heißen Sommertagen darf man diese Gewohnheit aber auch hinterfragen. Wenn man abends völlig erschöpft auf dem Sofa sitzt, weil die Hitze den ganzen Tag Kraft gekostet hat, muss die Aufräumrunde nicht zwangsläufig noch erledigt werden. Oft ist es sinnvoller, die Aufgabe auf den nächsten Morgen zu verschieben. Morgens sind die Temperaturen meist angenehmer, der Kopf ist frischer und viele Handgriffe gehen deutlich leichter und schneller von der Hand.
Ordnung bedeutet nicht, starr an Routinen festzuhalten. Manchmal bedeutet sie auch, die eigenen Gewohnheiten an die Jahreszeit anzupassen und die vorhandene Energie sinnvoll einzuteilen.

