Die Überschrift hätte auch lauten können: Loslassen, weil es das Richtige ist.

Hier ist diese Woche eine Ära zu Ende gegangen. Ich habe mein ganzen Leben Meerschweinchen gehalten. Aber als letzten Sommer kurz nacheinander zwei Meerschweinchen unserer Seniorengruppe verstarben und der fast sechsjährige Jack allein zurückblieb, beschlossen wir, dass jetzt ein Punkt ist an dem wir die Meerschweinchenhaltung auslaufen lassen. Eine Einzelhaltung kam natürlich gar nicht erst in Frage. Wir konnten Jack aber auch nicht weggeben. Zum einen aus sentimentalen Gründen, er war immerhin seit fünfeinhalb Jahren das Haustier meines Sohnes. Zum anderen wollten wir dem alten Kerl keinen Umzug und Vergesellschaftung mit einer neuen Gruppe zumuten. So kam Jacqueline (Jacki) zu uns, etwas über 1 Jahr alt, nicht zu klein und flippig als Gesellschaft für den gemütlichen Jack, aber jung genug um sich in den nächsten 2 Jahren gut in eine neue Gruppe einfügen zu können. Denn es war klar und wurde allen Familienmitgliedern so kommuniziert: Jacki ist hier als Gesellschaft für Jack und wenn Jack nicht mehr da ist finden wir ihr ein neues Zuhause in einer Meerschweinchengruppe.
Und trotzdem fiel es mir schwer als es soweit war. Tatsächlich habe ich als erstes auf Kleinenzeigen nach Meerschweinchen gesucht. Beim Betrachten der Anzeigen stellte ich mir dann vor, wie es wäre, die Meerschweinchen abzuholen, hier zu haben, ihre Persönlichkeiten kennenzulernen, wie sie sich wohl untereinander verstehen. Es fühlte sich nicht richtig an. Jack und Jacqueline waren mir beide ans Herz gewachsen. Zwei Meerschweinchen waren passend für uns. Ein neues Meerschweinchen hätte ich mir vorstellen können, aber eine komplett neue Gruppe? Ich wusste aber auch, dass die ängstliche Jacqueline in einer Gruppe besser aufgehoben wäre als mit nur einem weiteren Meerschweinchen. Dort würde sie sich sicherer fühlen und könnte sich am Verhalten der anderen orientieren. Und so schrieb ich eine Frau an, von der ich wusste, dass sie eine große Gruppe hält und Einzeltiere aufnimmt. Und als ich dann ihre Meerschweinchen sah, die zum Teil ganz gechillt liegenblieben und weitermümmelten und zum Teil neugierig gucken kamen, als wir vor dem Stall standen, da wusste ich: Das ist richtig so.
Und somit ist Jacqueline umgezogen und findet hoffentlich viele neue Freunde.

Liebe Alke,
das ruft Erinnerungen wach 😍
Ich hatte als Kind auch Meerschweinchen, irgendwann waren es mal richtig viele. Mein Vater hatte einen großen, sehr komfortablen Stall gebaut, und wenn ich ehrlich bin, lag auch die Pflege in erster Linie bei meinen Eltern. Ich glaube, das hatten sie sich anders vorgestellt.
Ganz allerliebst, eure Jaqueline …
Liebe Grüße
Astrid
Ja, das ist wohl so, dass die Verantwortung doch bei den Eltern liegt.
Irgendwann möchte ich auch wieder Meerschweinchen haben. Vielleicht wenn ich in Rente bin 😉
Vielleicht mit einem Meerschweinchenhotel für Urlaubsmeerschweinchen oder so eine Gruppe für „übriggebliebene Einzelschweinchen“ wie die wo Jackie jetzt lebt. Ich habe sie letzte Woche mit meiner Tochter zusammen besucht. Jackie sah sehr glücklich aus zwischen ihren neuen Freundinnen.